Wolfgang
Jantzen, Dr. phil., Univ. Professor (C4) für „Allgemeine Behindertenpädagogik“
Studiengang
Behindertenpädagogik, FB 12
28344
Bremen (Sportturm C 6120)
Tel.
0421/218-2034 (-2557; Frau Weymann)
e-mail: wjantzenuni-bremen.de
priv: e-mail: basaglia@t-online.de
Intersubjektivität steht im Zentrum pädagogischen
Handelns. Subjektive Handlungen gehen in sozialen und gesellschaftlichen
Austauschprozessen (z.B. Dialog, Kooperation und Kommunikation) in einen
intersubjektiven Raum über, der auf verschiedensten Ebenen (sozial, psychisch
biologisch) bestimmt ist. Erst die Kenntnis dieser Zusammenhänge erlaubt eine
über den gegenwärtigen Stand hinausgehende Systematisierung pädagogischen und
therapeutischen Handelns.
Auf der Basis eigener Grundlagenforschung
(theoretisch und klinisch) sowie Auswertung internationaler Forschung sind
innere Zusammenhänge der Problematik zu erarbeiten mit dem Ziel, verschiedene
Ebenen im Rahmen in einer allgemeinen Theorie des intersubjektiven Raumes
aufeinander beziehbar zu machen. Teilaspekte sind u.a.:
(1)
die raumzeitliche Struktur intersubjektiver psychischer Prozesse;
(2)
Übergänge zwischen intra- und
intersubjektiven Prozessen
(3)
basale neuropsychologische
Prozesse der sozialen Öffnung des Gehirns;
(4)
überindividuelle Sprachräume, Sinnbildung und Handlungsgrammatiken;
(5)
die „Zone der nächsten Entwicklung“ in pädagogischen Konzeptionen
(6)
Soziologische Feld- und Systemtheorien
und Probleme der Sinnbildung
Im Kontext verschiedener von mir betriebener
Forschungsprojekte in den letzten Jahren ist eine neue Fragestellung
entstanden, welche in einem eigenen Projekt bearbeitet werden soll.
Ich beziehe mich hier insbesondere auf die unter
FOREX (www.forex.uni-bremen.de)
dokumentierten Forschungsprojekte
-
Methodologische
Grundfragen der Behindertenpädagogik
-
Kulturhistorische
Schule der russischen Psychologie
-
Tätigkeitstheorie
und Ethik
-
Neuropsychologie,
insbesondere der geistigen Behinderung.
Alle diese Forschungsprojekte stehen im Kontext der
Weiterentwicklung einer in zwei Bänden (Jantzen 1987, 1990) vorgelegten
„Allgemeinen Behindertenpädagogik“,
konzipiert als „synthetische Humanwissenschaft“, auf deren Vorleistungen
im folgenden nicht mehr näher eingegangen wird.
Im Kontext dieser Arbeiten haben theoretische Suchbewegungen
von oben nach unten (von Philosophie und Soziologie zu psychologischen Fragen)
und solche von unten nach oben (von
Evolutionsbiologie, Entwicklungsbiologie zur Neuropsychologie) stattgefunden,
wie es die Weiterentwicklung der Behindertenpädagogik als synthetischer
Humanwissenschaft (vgl. Jantzen 1987, 1990, 1991) dringend erfordert.
Insbesondere ist bei einem solchen Vorgehen jeglicher Reduktionismus von oben
oder von unten zu vermeiden. Die Übergänge zwischen den einzelnen Ebenen
beinhalten jeweils Komplexitätsübergänge, so dass die eine nicht auf die andere
reduziert werden darf (vgl. Lurija 1984). Dies geschah methodologisch
verpflichtet einer insbesondere von Vygotskij (vgl. 1985, 1996) entwickelten
wissenschaftstheoretischen Perspektive – unter Heranziehung westlicher
entwickelter Positionen wie insbesondere Fleck, Kuhn, Toulmin, Stengers.
Im Ergebnis dieser Arbeiten (im folgenden skizziere
ich einige zentrale, exemplarische Dimensionen) zeigte es sich, dass für die
Weiterentwicklung einer synthetischen Humanwissenschaft sich zwingend die Frage
nach der Theoretisierung eines überindividuellen psychischen Raumes stellt.
Biologie:
In einer Betrachtung von unten macht Portmann
(1965) bereits bei Insekten auf die Notwendigkeit feldartig organisierter
überindividueller psychischer Prozesse („Wir-Feld“) aufmerksam, die freilich
nichts anderes sind, als die aus der stabilen Wechselwirkung durch
Erbkoordinationen und individuelle Lernmuster ständig neu konstruierten psychischen
Feldwirkungen auf die je beteiligten Individuen. Da Leben auf allen Niveaus
Muster der sozialen Bindung (Attachement) zeigt (Bischof 1989), war zwingend
von bestimmten Grunddimensionen des Psychischen auf allen Niveaus des Lebens
auszugehen (vgl. Jantzen und Feuser 1994 sowie Jantzen 1999).
Semiotik (und Biokommunikation):
Darüber hinaus zeigte es sich, dass ebenso zwingend
der von Lotman (1990 a,b) in der Linguistik entwickelte Begriff der Semiosphäre
auf alle Lebensniveaus Anwendung zu finden hat. In Anlehnung an die Arbeiten
des russischen Geobiologen Vernadskij, welcher erstmals eine Theorie der
Biosphäre und der in ihr eingebetteten und auf sie zurückwirkenden Noosphäre
(der durch die Menschen umgestalteten Biosphäre; vgl. Vernadskij 1997)
entwickelte, geht Lotman davon aus, dass das System der Sprachen eine weltweite
Semiosphäre darstellt, innerhalb derer ähnlich wie Biotope regionale
Besonderheiten der Ausgestaltung in Form weiterer Semiosphären existieren.
Semiosphären sind überindividuelle
Gebilde mit innerer Hierarchie (Grammatik als Raumzeitstruktur des sinnvollen
Zeichengebrauchs) sowie mit in
vergleichbar geringerem Ausmaß determinierten Grenzen, an denen
Übersetzungsprozesse, bilingualer Austausch erfolgt. Da letztlich jedes
Individuum über seine eigene Grenze verfügt, ist der Übergang von Individuum zu
Semiosphäre und vice versa ähnlich komplex zu denken.
Unsere Überlegungen ergaben, dass dieses Konzept
nicht auf die Noosphäre beschränkt werden kann und darf, sondern, entsprechend
Vernadskijs Konzept der Biosphäre, Biokommunikation (vgl. Tembrock 1975) als
wesentlicher Bestandteil alles Lebendigen von Anfang mit einbezogen werden muss
- sie existiert bereits in der temporären Mehrzelligkeit prokaryotischer und
eukaryotischer Einzeller - und mit dem Modell der Semiosphäre hervorragend neu
begriffen werden kann. Für eine Theorie der Entschlüsselung elementarer
hinweisender Gesten bei schwerst behinderten Menschen ist dies eine
außerordentlich wichtige, grundlagenwissenschaftliche Erkenntnis.
Psychologie
Auf diesem Hintergrund ebenso wie auf dem
Hintergrund der Überlegungen einer modernen, konstruktivistisch inaugurierten
Biologie (Maturana) – welche nicht
zwangsläufig im Widerspruch zur Ethologie stehen muss (so teilweise in der
Debatte zwischen „radikalem Konstruktivismus“ und „evolutionärer
Erkenntnistheorie“) - kann das von Vygotskij in die Wissenschaft eingeführte
Konzept der „Zone der nächsten Entwicklung“ (ZdnE) als Spezialfall einer
Semiosphäre betrachtet werden (vgl. Jantzen 2001 a).
- Zone der nächsten Entwicklung:
Die ZdnE ist jener Bereich, in welchem
eine geistige Leistung (von Kindern) alleine noch nicht, jedoch mit Hilfe
anderer realisiert werden kann. Lange wurde in der internationalen Debatte
übersehen, dass Vygotskij dieses Konzept nicht nur auf kognitive Prozesse
bezog, sondern prinzipiell vom Erleben (perezhivanie) als elementarer Einheit
der psychischen Prozesse auszugehen ist (vgl. Jantzen 2001 b).
- Emotionen als Systemzeit und ein Neuverständnis von Attachment
Grundlegend für die Realisierung der Zone der
nächsten Entwicklung sind demnach, so Resultat unserer eigenen Arbeiten,
Prozesse der emotionalen Stabilisierung und Ausrichtung der Tätigkeit.
Dies deckt sich mit unseren emotionstheoretischen Ausfassungen (Jantzen 1987
Kap. 6, 1990, Kap. 7; 1994 a), Emotionen als reine Zeitprozesse (Systemzeit) zu
betrachten, welche Körper und Geist gemeinsam sind und zugleich zwischen ihnen
vermitteln - vergleichbar der bei Spinoza entwickelten Theorie der Affekte.
Diese Auffassung vermag eine Reihe von Sackgassen innerhalb der bisherigen
Theorie der Emotionen zu überwinden und ermöglich ein generelles Neuverständnis
von sozialen Dialogen als rekursiv und reziprok gestalteten zeitlichen
(emotionalen) Triggerungen (vgl. Jantzen 1990, Kap. 10; Jantzen 2001 c), die
ihrerseits Attachement, Bindung hervorbringen, weil sie die zentralen
zeitlichen Regulationsachsen des Subjekts in der Welt justieren helfen.
- Neuropsychologie affektiver Entwicklung:
Die bisher dargestellten Auffassungen erwiesen sich
sowohl als Schlüssel zu einem Einbezug der modernen Theorie des Attachements
(vgl. Field 1996), innerhalb derer entsprechende wechselseitige zeitliche
Beeinflussungen biophysiologischer Parameter nachweisbar sind, als auch in
Übereinstimmung mit entwickelten neuropsychologischen Auffassungen zur Genesis
von psychischer Resilienz (Widerstandsfähigkeit) einerseits und Traumatisierung
(Wirkungsgradverstellung der Stressregulation) andererseits (vgl. Schore 1994,
2001 a, b). Zu den neuropsychologischen Zusammenhängen siehe Jantzen (2003.
Da eine ZdnE als Spezialfall einer Semiosphäre immer
in materiellen gesellschaftlichen Verhältnissen existiert, musste die Analyse
von unten prinzipiell zugleich und immer im Kontext einer Analyse von oben erfolgen.
Dies geschah in vielfältigen soziologischen und historischen Analysen, auf die
ich im Detail hier nicht näher eingehen will (vgl. meine Forschungsprojekte
„Gewalt und behinderte Subjektivität“ und „Enthospitalisierung/Deinstitutionalisierung
bei schwer-mehrfach und geistig behinderten Menschen“ sowie Jantzen
(2000 a).
Als besonders
relevant für die Entwicklung der Problematik von überindividueller
Intersubjektivität erwiesen sich drei Komplexe:
Zum einen: wie
sind Prozesse der Religiosität und Religion als exemplarischer
Fall von Sinnvergewisserung zu verstehen, wie sie in den
verschiedenen Ethiken dann jeweils als mehr oder weniger säkularisierte
Ansichten wiederkehren. Dieser Frage wurde im Rahmen des Forschungsprojektes „Tätigkeitstheorie und Ethik“
detailliert nachgegangen (als abschließende methodologische Studie vgl. Jantzen
2002).
Zum anderen bildet E.V.
Il’enkovs Theorie des Ideellen, entwickelt in Auseinandersetzung
mit Hegels Konzeption des Ideellen, einen hochinteressanten Ansatz für weitere
Reflexionen. Il’enkov, der in den 60er und 70er Jahren wesentlichen Einfluss
auf die Weiterentwicklung der kulturhistorischen russischen Psychologie hatte,
wurde von uns gründlich rezipiert, u.a. durch Teilnahme und eigene Vorträge bei
internationalen Tagungen zur Philosophie Il’enkovs 1999 in Helsinki und 2002 in
Moskau sowie im Rahmen einer Staatsexamensarbeit (Siebert 2002). Eine hieran
ansetzendes Promotionsvorhaben von Herrn Siebert wird sich dem russischen
Psychologen Davydov widmen, der die Theorie der ZdnE im kognitiven Bereich in
bedeutender Weise erweitert hat, und steht im Promotionsausschuss Dr. phil. zur
Annahme an.
Schließlich spielt für die
Erörterung der Thematik eine Aufarbeitung der Massenpsychologie eine
erhebliche Rolle, welche u.a. in einem eigenen methodologischen Aufsatz
(Jantzen 1994 b) im Rahmen eines der kulturhistorischen Methodologie Vygotskijs
verpflichteten Ansatzes vorgelegt wurde.
Im
Kontext dieser Suchbewegungen zeichnet sich nunmehr deutlich die Struktur
eines neuen Forschungsprojektes zu „Philosophie, Soziologie und
(Neuro)-Psychologie der Intersubjektivität“ ab, innerhalb dessen die
verschiedenen, bisher entwickelten Theoriedimensionen systematisch verknüpft
werden sollen. Es zielt auf die systematische theoretische Verbindung der
verschiedenen hier referierten theoretischen Zugänge (die nur möglich ist über
den gleichzeitigen umfangreichen Rückbezug auf zahlreiche Aspekte empirischer
Forschung).
Thematische
Schwerpunkte werden u.a. sein:
1.
Die
raumzeitliche Struktur intersubjektiver psychischer Prozesse;
2.
Übergänge
zwischen subjektiven und intersubjektiven Prozessen;
3.
Basale
neuropsychologische Prozesse der sozialen Öffnung des Gehirns
4.
Überindividuelle
Sprachräume, Sinnbildung und Handlungsgrammatiken;
5.
Die Zone
der nächsten Entwicklung in pädagogischen Konzeptionen;
6.
Soziologische
Feld- und Systemtheorien (Bourdieu, Luhmann) im Verhältnis zu Prozessen der
Sinnbildung und Problemen der Massenpsychologie.
Die Bedeutung dieses Projektes liegt
darin, dass es eine Reihe von Dimensionen in der Grundlagenforschung (mit dem
Ziel einer synthetischen Humanwissenschaft) in neuer Weise bündelt und damit
wesentliche Impulse für die Sozial- und Humanwissenschaften, insbesondere aber
auch für Fragen der Pädagogik und Behindertenpädagogik sowie der Psychotherapie
zu leisten vermag.
Ich
möchte hervorheben, dass bereits zahlreiche nationale und internationale
Forschungskontakte bestehen, und wir zudem aufgrund der Tatsache, dass
Intersubjektivität sich prinzipiell nur in und über Körperlichkeit entwickeln
kann (vgl. die als Buch publizierte Diplomarbeit von Bauer 2001, zur
Neuropsychologie der Körperidentität sowie Jantzen 2001 d;), uns um weitere
Kontakte bemühen werden.. Durch die intensiven Arbeitskontakte zu Prof. Dr.
André Zimpel, Institut für Behindertenpädagogik der Universität Hamburg, erfolgt
seit längerem ein Beschäftigung mit kybernetischen Fragen, die durch weiter
Forschungskontakte ausgebaut werden soll.
Eine für den
Gesamtzusammenhang des Forschungsprojektes in besonderer Weise bedeutsame
Arbeit ist das Promotionsprojekt von Herrn Bodo Frank zur „Zeitlichen Struktur
der Zone der nächsten Entwicklung“
Weitere Arbeiten in diesem Projekt laufen in
Form von Diplomarbeiten
Eigene grundlegende Arbeiten in diesem Bereich sind in
den letzten Jahren insbesondere auch im Bereich von Sprache und
Sprachentwicklung im Rahmen verschiedener Lehrveranstaltungen vorangetrieben
worden. Ein Zwischenergebnis liegt bereits in einem am Institut für
Behindertenpädagogik intern zur Diskussion gestellten Arbeitspapier zu Sprache
und Emotionen vor (Jantzen 2000 b)
Bischof, N.: Das Rätsel Ödipus. Die biologischen Wurzeln des
Urkonflikts von Intimität und Autonomie. München (Piper) 1989.
Field, Tiffany: Attachment and
Separation in Young Children. In:
Annual Review of Psychology, 47. Jg.
(1996), S. 541-561.
Jantzen, W.: Allgemeine Behindertenpädagogik Bd. 1.
Sozialwissenschaftliche und psychologische Grundlagen. Weinheim (Beltz) 1987.
Jantzen, W.: Allgemeine Behindertenpädagogik Bd. 2.
Neurowissenschaftliche Grundlagen, Diagnostik, Pädagogik und Therapie. Weinheim
(Beltz) 1990.
Jantzen, W.: Psychologischer Materialismus,
Tätigkeitstheorie, Marxistische Anthropologie. Berlin (Argument) 1991.
Jantzen, W.: Am Anfang war der Sinn. Zur Naturgeschichte,
Psychologie und Philosophie von Tätigkeit, Sinn und Dialog. Marburg (BdWi) 1994
(a).
Jantzen, W.: Spinozas Philosophie und Fragen der
Massenpsychologie. Aus: Ders. Am Anfang war der Sinn. Zur Naturgeschichte,
Psychologie und Philosophie von Tätigkeit, Sinn und Dialog. Marburg (BdWi)
1994, S. 158-177 (b).
Jantzen, W.: Transempirische Räume - Sinn und Bedeutung in
Lebenszusammenhängen. Aus: Fischbeck, J. (Hrsg.): Wahrnehmung des Lebens.
Neukirchen-Vluyn (Neukirchener Verlag) 1999. S. 123-144.
Jantzen, W.: Behinderung und Feld der Macht. Bemerkungen zur
Methodologie einer Soziologie der Behinderung. Aus: Albrecht, F. et al.
(Hrsg.): Perspektiven der Sonderpädagogik. Disziplin- und professionsbezogene
Standortbestimmungen. Neuwied, Berlin (Luchterhand) 2000. S. 58-73 (a).
Jantzen, W.: Sprache und Emotionen: Zum Verhältnis von Repräsentation und Energetik.
Thesenpapier für eine Diskussion am Institut für Behindertenpädagogik, FB 12,
Universität Bremen, am 27.6.2000. Als Manuskript vervielfältigt (b)
Jantzen, W.: Schwerste Beeinträchtigung und die „Zone der
nächsten Entwicklung“. Aus: Rödler, P. et al. (Hrsg.): Es gibt keinen Rest!
Basale Pädagogik für Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen. Neuwied,
Berlin (Luchterhand) 2001. S. 102-126 (a)
Jantzen, W.: Vygotskij und das Problem der elementaren
Einheit der psychischen Prozesse. Aus: Jantzen, W. (Hrsg.): Jeder Mensch kann
lernen - Perspektiven einer kulturhistorischen (Behinderten-) Pädagogik.
Neuwied, Berlin (Luchterhand) 2001. S. 221-243 (b)
Jantzen, W.: Der Dialog aus Sicht der Tätigkeitstheorie und
der Theorie der Selbstorganisation. In: Mitteilungen der Luria-Gesellschaft, 8.
Jg. (2001), H. 2, S. 41-54 (c).
Jantzen, W.: Körpertechnologie und Behinderung. Aus:
Schürmann, V. (Hrsg.): Menschliche Körper in Bewegung. Frankfurt/M. (Campus)
2001. S. 65-86 (d).
Jantzen, W.: Methodologische Aspekte einer postmodernen
Ethik. Aus: Greving, H.; Gröschke, D. (Hrsg.): Das Sisyphos-Prinzip -
Gesellschaftlich-politische Dimensionen der Heilpädagogik. Bad Heilbrunn
(Klinkhardt) 2002. S. 113-160. [Als Buch: Leipzig: Rosa Luxemburg-Stiftung
Sachsen 2002]
Jantzen, W.: Die soziale Konstruktion von
schwerer Behinderung durch die Schule. Vortrag auf dem Kongress "...alle
Kinder alles Lehren", Heidelberg 26.-28.9.2002. Aus: Klauß, T.; Lamers, W.
(Hrsg.): Alle Kinder alles lehren ... Grundlagen der Pädagogik für Menschen mit
schwerer und mehrfacher Behinderung. Heidelberg (Winter) 2003. 51-72.
Jantzen, W.: Soziologie
der Behinderung und soziologische Systemtheorie - Kritische Anmerkungen zur
Systemtheorie von Niklas Luhmann und ihrer Rezeption in der
Behindertenpädagogik. Erscheint in: R. Forster (Hrsg.): Soziologie im Kontext
von Behinderung Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2004, 49-77
Jantzen, W.; Feuser, G.: Die Entstehung des Sinns in der Weltgeschichte. Aus: Jantzen, W.: Am
Anfang war der Sinn. Marburg (BdWi-Verlag) 1994. S. 79-113.
Lotman, J. M.: Über die Semiosphäre. In: Zeitschrift für
Semiotik, 12. Jg. (1990), H. 4, S. 287-305 (a).
Lotman, Y.M.: Universe of the Mind.
A Semiotic Theory of Culture. London
(Tauris) 1990 (b).
Lurija, A.R.:
Reduktionismus in der Psychologie. In: Zeier, H. (Hrsg.): Psychologie des 20.
Jahrhunderts. Lernen und Verhalten Bd. 1: Lerntheorien. Weinheim (Beltz) 1984,
606-614.
Portmann, A.: Aufbruch der Lebensforschung. Zürich (Rhein)
1965.
Schore, A.N.: Affect regulation and
the origin of the self. The neurobiology of emotional development.
Hillsdale/N.J. (LEA) 1994.
Schore, A.: The Effects of a Secure
Attachment Relationship on Right Brain Development, Affect Regulation, and
Infant Mental Health. URL: http://www.trauma-pages.com/schore-2001a.htm In: Infant Mental
Health Journal, 22. Jg. (2001), S. 7-66.
Schore, A.: The Effects of Early
Relational Trauma on Right Brain Development, Affect Regulation, and Infant
Mental Health. URL: http://www.trauma-pages.com/schore-2001b.htm In: Infant Mental
Health Journal, 22. Jg. (2001), S.
201-269.
Siebert, B.: Denken und Sein in den Arbeiten A.V. Il’enkovs.
Staatexamensarbeit Universität Bremen, FB 12 (Behindertenpädagogik) 2002.
Tembrock, G.: Biokommunikation. Reinbek (Rowohlt) 1975.
Vernadskij, V.I.: Der Mensch in der Biosphäre. Zur
Naturgeschichte der Vernunft. Frankfurt/M. (Peter Lang) 1997.
Vygotskij, L.S.: Die Krise der Psychologie in ihrer
historischen Bedeutung. Aus: Vygotskij, L.S. (Hrsg.): Ausgewählte Schriften Bd.
1. Köln (Pahl-Rugenstein) 1985. S. 57-278.
Vygotskij, L.S.: Die Lehre von den Emotionen. Eine
psychologiehistorische Untersuchung. Münster (LIT-Verlag) 1996.
1.
Die raumzeitliche Struktur intersubjektiver psychischer Prozesse
Dissertation Bodo Frank
sowie eigene weiterführende Arbeiten
2.
Übergänge zwischen subjektiven und intersubjektiven Prozessen
Hierzu liegen zahlreiche
eigene Arbeiten vor, die in einigen Aspekten systematisch zu ergänzen sind.
Dies geschieht u.a. durch eine in Planung befindliche Diplomarbeit von Brigitte
Reif zu dem {vorläufigen} Arbeitsthema „Übertragung und Gegenübertragung auf
dem Hintergrund moderner Attachement-Theorien“,
in Teilen ebenfalls
einschlägig in Arbeit befindliche Dissertation von Dagmar Meyer: „Geistige
Behinderung und Dissoziation“. Im Rahmen dieser Arbeiten stehen
schwerpunktmäßig Prozesse der emotionalen Übergänge, welche systematisch die
von mir in dem zweibändigen Werk „Allgemeine Behindertenpädagogik“ und
nachfolgenden Arbeiten publizierten Analysen komplettieren. Unter Miteinbezug
weiterer, bereits abgeschlossener Dissertationen, Diplom- und
Staatexamensarbeiten [1] und bezogen auf den gegenwärtigen Stand der
Erarbeitung des internationalen Forschungsstandes ist die Bearbeitung dieser
Fragestellung weit fortgeschritten.
3.
Basale neuropsychologische Prozesse der sozialen Öffnung des Gehirns
Erarbeitung im Kontext
meines Forschungsprojektes „Neuropsychologie der geistigen Behinderung“;
Arbeitsstand: derzeit: 2/5 des Manuskriptes erstellt, verschiedene
Einzelstudien z.B. zu Rett-Syndrom,
Down-Syndrom und ADS abgeschlossen.
4.
Überindividuelle Sprachräume, Sinnbildung und Handlungsgrammatiken; Strukturen dieses
Teilbereichs werden zur Zeit erarbeitet und systematisiert; Lehrveranstaltungen
zu schweren Störungen von Sprache und Kommunikation, zur Grammatikentwicklung
sowie zur Neuropsychologie der Sprache habe ich in den letzten Jahren
durchgeführt.
5.
Die Zone der nächsten Entwicklung in pädagogischen Konzeptionen
Sehr umfangreiche
Vorarbeiten liegen vor. Das Promotionsvorhaben Birger Siebert: „Begriffliches
Lernen im Unterricht - Die Didaktiktheorie V.V. Davydovs“ liefert einen letzten
relevanten Baustein; abgeschlossen vermutlich 2004 / 05.
6.
Soziologische Feld- und Systemtheorien (Bourdieu, Luhmann) im
Verhältnis zu Prozessen der Sinnbildung und Problemen der Massenpsychologie.
Diese
Fragestellung ist im Kontext von Bourdieus Theorie bereits weitgehend
erarbeitet (u.a. in Zusammenarbeit mit Frau PD Dr. Kerstin Ziemen, z.Z.
Universität Innsbruck). Die Erarbeitung im Kontext der Luhmannschen Theorie
wird in den nächsten beiden Jahren erfolgen . Eine eigene Publikation zur
Luhmannschen Theorie ist unterdessen erfolgt (Jantzen 2004)
[1] Vgl. insbesondere H. Däuker: Bausteine einer Theorie des Schmerzes. Psychoanalyse – Neuropsychologie – Philosophie. Münster: LIT 2002